Merquén: Das Gewürz der Mapuche 
Montag, Juni 6, 2011, 14:40 - Culinaria & Wine

Foto: Publitz/Chile



Ein rotes, scharf und leicht rauchig duftendes Pulver – das ist Merquén, das Wundergewürz der Mapuche-Indianer im südlicheren Chile (z.B. Temuco). Schon eine kleine Messerspitze verfeinert selbstgemachte Pasta-Saucen, Salate, Gemüse, Fisch und Fleisch und verleiht den Speisen eine ungewöhnliche, besondere, eigenwillig leckere Geschmacksnote. Da meine Vorräte dieser quasi süchtig machenden Substanz sich aufgebraucht hatte, kam ein kleines Präsent von Freunden aus Chile gerade recht ...

Dabei besteht Merquén schlicht aus Chili-Schoten der Sorte "Cacho de Cabra", zu deutsch Ziegenhorn. Diesen Namen tragen die Früchte nur ihrer Form wegen. Diese Chili-Cachos werden zunächst geräuchert, dann im Möser zermahlen und mit Koriandersamen und ein wenig Salz vermischt.

Auch zum Grillen eignet sich Merquén vorzüglich – wie schon der geschwungene Schriftzug auf dem aus Santiago mitgebrachten Gläschen mit dem Namen "Merquén Parrillero" verrät. (Parrilla sind die südamerikanischen Riesengrills-/Grillfeste) – In Deutschland ist das scharfe Pulver in Online-Geschäften sowie in diversen Bioläden erhältlich.

Ein Pisco Sour vorweg darf natürlich nicht fehlen! http://www.chilecita.net/index.php?entr ... 225-121449

Guten Appetit! Que aprovechen!


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Buchtipp: "Die Filmerzählerin" 
Montag, Mai 16, 2011, 12:03 - Kultur & Lektüre


Ein Mann der Wüste: Autor Hernán Rivera Letelier begann aus purer Geldnot
mit 21 Jahren zu schreiben. Heute ist er in Chile und Südamerika Bestsellerautor.
Foto: Arcos Alfaguara 2009. Suhrkamp/Insel.



"... Es war schön, wenn nach dem Film mein Vater und meine Brüder zu Hause auf mich warteten, in einer Reihe wie im Kino, frisch umgezogen und gekämmt. Mein Vater saß mit einer bolivianischen Decke über den Knien in unserem einzigen Sessel, und der war das Kinoparkett. Auf dem Boden neben dem Sessel glitzerten seine Flasche Rotwein und das einzige Glas, das noch im Haus war. Der erste Rang war die grob gezimmerte Holzbank, auf der meine Brüder Platz nahmen. Als dann später einige ihrer Freunde im Fenster lehnten, wurde das die Loge...."

"Die Filmerzählerin" ist eine sehr anmutig erzählte Geschichte, die in einer Minensiedlung der 50er Jahre in der chilenischen Atacama-Wüste spielt, wo es keinerlei aufregende Ablenkung im kargen Leben der Salpeter-Mineros gibt. Leinwandhelden wie Marilyn Monroe, John Wayne und Charlton Heston kommen da gerade recht ... Da der Vater das meiste Geld in Alkohol investiert, kann sich die Familie, der die Mutter auf tragische Weise abhanden gekommen ist, nur eine Eintrittskarte je Kinovorstellung leisten. Unter den Kindern entsteht ein Wettbewerb: "Wer erzählt am besten Filme? Wer bekommt die Lizenz?" – Maria Margarita, einzige Tochter, qualifiziert sich für den Titel ...

Die schmale Büchlein eignet sich für eine Zugfahrt oder einen Abend. Die bildreiche, einprägsame Sprache, das Illusionstheater im Wohnzimmer, die Fabulierkunst, stehen im scharfen Gegensatz zum traurigen Alltag der stark lädierten Familie. Die Kopfkino-Idee ist fein und konsequent ausgearbeitet eine Mischung aus Charme und bitterer Eindringlichkeit. Ich kann die Filmerzählerin sehr empfehlen!

Hernàn Rivera Letelier. Die Filmerzählerin. Suhrkamp/Insel. € 14,90[/url]
Video: http://vimeo.com/6965713


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Rettungskapsel aus der Atacama-Wüste in Bochum zu sehen 
Montag, Mai 16, 2011, 10:52 - Just So

"Fénix 1" heißt die Wunderkapsel, mit der die 33 verschütteten Bergleute im vergangenen Oktober in der Atacama-Wüste gerettet wurden. Sie ist nun die Hauptattraktion in der Ausstellung "Schätze der Anden, Chiles Kupfer für die Welt", die derzeit im Bergbaumuseum in Bochum gezeigt wird.

Thematisch dreht sich die Schau um die Bedeutung des Kupfers für die Menschheit; Chile besitzt die weltweit größten Kupfervorkommen. Die Ausstellung entstand daher – wen wundert's – in Zusammenarbeit mit Codelco (Corporación Nacional del Cobre Chile), der weltweit größten Kupfermine, die zu 100% dem chilenischen Staat gehört.

Die Ausstellung läuft bis zum 12. Februar 2012 und ist mit einem umfangreichen Begleitprogramm versehen (Filme, Vorträge, spezielle Führungen).


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Berlinale-Empfang mit Filmpreis und Pisco 
Mittwoch, Februar 16, 2011, 08:26 - Just So
Zwischen Pisco und einem fliegenden Büffet trafen sich Medienleute, Cinéasten und Chilefans im Ballroom des Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz, um die neuesten Trends auszuloten.


Mocito-Regisseure Marcela Said und Jean de Certeau


"El Mocito" (The Young Butler), der Film der Regisseure Marcela Said und Jean de Certeau, ist ein aktueller Berlinale-Beitrag aus Chile (Info s. Link unten). Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte eines Mannes, der als Jugendlicher von 14 Jahren nach Santiago kam, um sich in den Dienst von Pinochets Folterern stellte und heute Vergebung sucht. Er war zu involviert, um heute als Opfer zu gelten – zu jung, um als Täter dazustehen.



Produzent Adrian Solar (re.) mit Sohn Nicolas

Eine Auszeichnung der besonderen Art, den Goya (Spanien) für den besten ausländischen Film erhielt der Streifen "La Vida de Los Peces" (s. Link unten) von Regisseur Matías Bizet. Produzent Adrian Solar nahm den Preis auf der Berlinale entgegen.



Sergio Correa, Journalist bei RBB-Online (Funkhaus Europa) und Mónica Cuevas Urizar, Pressereferentin der Chilenischen Botschaft in Berlin

Links

http://www.berlinale.de/external/de/fil ... 113067.pdf
http://www.mannheim-filmfestival.com/T_ ... _los_peces


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Filmtipp: "Tetro" handelt von krasser Vater-Sohn-Rivalität 
Donnerstag, Januar 20, 2011, 23:06 - Just So



Francis Ford Coppola: "Was, den gibt's noch?" – Und wie! Sein aktueller Film Tetro handelt von einer neurotischen, destruktiven Familiengeschichte, in der es um Identitätsfindung und Abnabelung geht. Und welcher Ort könnte dafür eine bessere Kulisse abgeben als Buenos Aires...

Die metaphorische Eingansszene – Nahaufnahme einer hell erleuchteten Glühbirne mit einer wild verzweifelt tanzenden Motte – fasst das Thema des Filmes treffend zusammen. Der Vater, ein berühmter Operndirigent, überschattet mit seiner übermächtigen Aura die Familie, besonders den sensiblen Angelo alias Tetro, der mit seinen kreativen Talenten als Romanautor den Durchbruch ersehnt und sich aus Selbstschutz komplett von der Familie losgesagt hat. "In dieser Familie gibt es nur Platz für EIN Genie!" hatte der egomanische Patriarch, gespielt von Klaus Maria Brandauer, seinem Sohn zuvor erklärt, den er auch in anderen Hinsichten ausbremst. Tetro (Vincent Gallo) versucht, dem Bannstrahl des Alten zu entkommen.... Dafür hat er sogar seinen ursprünglichen Namen Angelo abgelegt.

Ein starker Film, interessante Verwicklungen, kühl-romantische Schwarzweiss-Fotografie, beeindruckend komponiert. Ein Streifen, der mehrere Tage nachwirkt. Sehenswert!

http://www.youtube.com/watch?v=XJ_XTIsMKig

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